Vorstoß für Wohnungsbau auf Berliner Burger-Restaurants

16.01.2023, 20:34 | Lesedauer: 2 Minuten l Thomas Schubert

Nach dem Vorbild von aufgestockten Supermärkten schlägt Berlins Linke Wohnungsbau auf Fastfood-Flachbauten vor. Doch es gibt eine Hürde.

Berlin.  Den Burger-Bratern aufs Dach steigen – das soll eine neue Möglichkeit sein, die Berliner Wohnungsnot zu lindern. So lautet ein neuer Vorschlag der Berliner Linksfraktion, den am Montagabend die RBB-Abendschau präsentierte. Nach dem Vorbild von Supermarkt-Wohnungen, bei denen Flachbauten von Einzelhandelsketten inzwischen systematisch mit Wohnetagen überbaut werden, soll der Senat prüfen, auch Fastfood-Restaurants aufzustocken, wie der Linken-Abgeordnete Sebastian Schlüsselburg vorschlägt.

„Wir müssen mit denen reden. Denn wir können es uns nicht mehr leisten, Flächen in Berlin so zu vergeuden“, sagte er bei einem Ortstermin der Abendschau im Bezirk Lichtenberg. Dort nahm Schlüsselburg gemeinsam mit Linken-Bezirksbürgermeister Michael Grunst eine „Burger King“-Filiale inmitten von Plattenbau-Hochhäusern in den Blick, die zwischen den Türmen besonders auffällt. „Durch die Aufstockung wollen wir verhindern, dass in Innenhöfen nachverdichtet wird“, erklärte Grunst die Idee.

Fastfood-Häuser: Berlins Bausenator Geisel zeigt sich offen – und nennt die Grenzen

Speziell in Berliner-Ostbezirken formiert sich zunehmend Widerstand gegen den Neubau von Wohnungen in begrünten Innenhöfen von Nachkriegssiedlungen. Aus Sicht der Linken soll die Überbauung von vorhandenen Fastfood-Restaurants neue Flächenversiegelung an solchen Orten vermeiden helfen.

Bausenator Andreas Geisel (SPD) zeigte sich im RBB-Kurzinterview offen für solche Fastfood-Häuser – er machte aber zugleich deutlich, dass es sich nur um eine kleine Lösung für ein großes Problem handeln kann. „Wir müssen mehr aus untergenutzten Grundstücken herausholen“, sagte Geisel. „Verschiedenste Standorte sind denkbar zur Überbauung. So etwas ist ein Beitrag, aber keine endgültige Lösung für die Wohnungsnot Berlins.“ Mit Aufstockung von Supermärkten mit Wohnungen entstünden derzeit in Berlin beispielsweise rund 500 Wohnungen im Jahr. Nötig seien aber Größenordnungen von 20.000.

Schnellrestaurants und Supermärkte – warum der Vergleich hinkt

Der eigentliche Haken ist aber wohl dieser: Anders als bei Supermärkten ist die eigentumsrechtliche Situation bei Schnellrestaurants zum Beispiel von „McDonald’s“ oder „Burger King“ weitaus schwieriger. Denn sie werden nur von Franchise-Nehmern zur Miete betrieben, nicht von den Konzernen selbst.

Quelle:https://www.morgenpost.de/berlin/article237388107/Vorstoss-fuer-Wohnungsbau-auf-Berliner-Burger-Restaurants.html