Presseschau:Wahlkreisbüro der Linken mit Pflastersteinen beworfen

von: Andreas Gandzior

In der Nacht zu Sonntag haben bislang noch unbekannte Täter in Lichtenberg ein Wahlkreisbüro der Partei Die Linke mit Pflastersteinen beworfen. Gegen 2.30 Uhr hatten laut Polizeiangaben Anwohner der Buggenhagenstraße im Ortsteil Fennpfuhl laute Knallgeräusche gehört und die Polizei alarmiert.

Am Tatort eingetroffen stellten die Beamten zehn gesprungene Fensterscheiben fest. Zudem fanden sie mehrere Kleinpflastersteine in der Nähe. Da ein politisch motivierter Hintergrund zu der Tat nicht auszuschließen ist, hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes (LKA) die weiteren Ermittlungen zu der Sachbeschädigung übernommen.

„Das war der bisher schwerste Angriff“

Am Montagmorgen äußerte sich der betroffene Abgeordnete Sebastian Schlüsselburg zu der Tat und kritisiert das Vorgehen der Polizei. Auf Twitter schrieb er: „In der Nacht zum 5. Mai wurden 10 Scheiben meines Büros mit Pflastersteinen beschädigt. Das war der bisher schwerste Angriff. Den vermutlich rechten Idioten sei gesagt: Wir werden unseren Kampf gegen die alten und neuen Nazis unbeirrt fortsetzen.“

Nach Schlüsselburgs Angaben geschah die Tat gegen 2.30 Uhr, die Anzeige wurde um 14 Uhr am Sonntag aufgenommen und vom Abschnitt an das LKA 5 weitergeleitet. „Ich habe erst gegen 19.30 Uhr am Sonntagabend davon erfahren, als mir ein Genosse einen Link zu der Polizeimeldung geschickt hatte“, sagte er der Berliner Morgenpost. „Ich musste mir erst durch einen Anruf beim zuständigen Abschnitt die Sachbeschädigung bestätigen lassen.“

Der Sprecher für Rechtspolitik seiner Fraktion im Abgeordnetenhaus bemängelt, dass er weder vom Abschnitt noch vom LKA informiert wurde. „Das geht überhaupt nicht“, sagte er. „Aufgrund vorangegangener Anschläge wissen sie, wie ich erreichbar bin.“

Aufkleber der rechten Szene an dem Büro

Im Sommer 2017 hatte es Schmierereien an der Fassade des Büros gegeben, auch in den Jahren danach gab es immer wieder Aufkleber der rechten Szene an dem Büro. „Das LKA und ich hatten damals auch ein Sicherheitsgespräch“, sagte er. „Dann kann ich auch erwarten, dass ich nach so einem Anschlag, wenn nicht vom Polizeiabschnitt, dann aber spätestens vom LKA informiert werde.“

Schlüsselburg hat nach eigenen Angaben den zuständigen Staatssekretär Torsten Akmann bei der Senatsverwaltung für Inneres angeschrieben und Aufklärung gefordert.

Quelle: https://www.morgenpost.de/bezirke/lichtenberg/article217102847/Wahlkreisbuero-der-Linken-mit-Pflastersteinen-beworfen.html