Presseschau: Weniger Selbstanzeigen von Steuerbetrügern mit Auslandskonten

von Gudrun Mallwitz

Weniger Selbstanzeigen von Steuerbetrügern mit Auslandskonten

Berliner Steuersünder, die über Geldanlagen in der Schweiz, Luxemburg und Lichtenstein verfügen, haben sich im vergangen Jahr erneut seltener selbst angezeigt. 2017 vermeldete die Finanzverwaltung in Berlin nur noch 94 solcher Selbstanzeigen. Dies geht aus der Antwort auf eine Anfrage des Linke-Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg hervor. Im Jahr davor waren es laut Finanzverwaltung im Vergleich dazu 154 Fälle, im 2015 noch 498. Am häufigsten zeigten sich Berliner Schwarzgeldsünder, die im Ausland ihr Geld vor dem Fiskus versteckten, 2014 an: Damals gab es 1272 Freiwillige, die sich dazu entschieden, das Angebot zu nutzen, damit straffrei auszugehen.

„Dass die Selbstanzeigen rückläufig sind, hängt damit zusammen, dass sich Steuersünder im Moment sicher fühlen“, bedauerte der rechtspolitische Sprecher der Linken. Schlüsselburg betonte, er setze große Hoffnung auf die Auswertung der sogenannten Paradise Papers – ein riesiger Datensatz, der weltweite Fälle von Steuervermeidung und -hinterziehung dokumentiert.

„Ich gehe davon aus, dass auch Treffer in Berlin enthalten sein werden“, sagte Schlüsselburg der Berliner Morgenpost. Der Politiker forderte: „Es muss mit voller Härte gegen die Steuerflüchtigen vorgegangen werden.“ Berlin entginge durch sie jedes Jahr eine hohe Summe, die dem Gemeinwohl entzogen wird.

Quelle: https://www.morgenpost.de/berlin/article214219531/Weniger-Selbstanzeigen-von-Steuerbetruegern-mit-Auslandskonten.html