Presseschau: Rechtsbruch? Warum das Schulfach Holländisch plötzlich zum Streitfall wird

Die geplante Abwicklung des Niederländisch-Unterrichts an der Gail-Halverson-Sekundarschule in Dahlem beschäftigt nun auch das Abgeordnetenhaus. „Mit der klammheimlichen Absetzung des Faches bricht die Schulleiterin Schulrecht“, sagte Sebastian Schlüsselburg, der rechtspolitische Sprecher der Linke-Fraktion im Landesparlament.

Schlüsselburg nimmt Bezug auf ein Schreiben eines leitenden Beamten der Bildungsverwaltung vom 17. Juni 2013. Damals war der in Berlin einmalige Schulversuch mit Niederländisch bis zum Ablauf des Schuljahres 2017/18 ausdrücklich genehmigt worden. Und zwar in der Form, dass dann die letzten Schüller damit beginnen sollten. Danach erst sollte über eine Weiterführung des Holländisch-Unterrichtes entschieden werden.

Eigentlich sollten auch kleinere Fremdsprachen gefördert werden

Doch überraschend hatte die Schule den nachgefragten Niederländisch-Unterricht bereits zu Beginn des Schuljahres 2017/18 für neue Siebtklässler nicht mehr angeboten, obwohl genug Anmeldungen vorhanden waren. Das hatte zu Unmut unter den Schülern, aber auch zu Protesten der niederländischen Botschaft sowie der Vertretung der belgischen Region Flandern geführt.

„Ich hoffe, dass die Senatsverwaltung den Vorgang noch heilen kann und die Schüler, die sich vor den Sommerferien für das Fach angemeldet haben, zu ihrem Recht kommen“, sagte Schlüsselburg, der übrigens selbst Schüler der Schule war, an der Niederländisch bereits seit Anfang des Jahrtausends angeboten wird. Der Abgeordnete stellt nun auch die Frage nach disziplinarrechtlichen Konsequenzen.

„Schließlich müssen sich Schüler und Eltern darauf verlassen können, dass das geltende Schulrecht von der Schulleitung eingehalten wird“, sagte Schlüsselburg.

In der Bildungsverwaltung verwies man darauf, dass Schulen autonom in ihren Entscheidungen seien. Die Schulleiterin war nicht zu erreichen. Der rot-rot-grüne Senat hat sich eigentlich auf die Fahnen geschrieben, auch kleinere Fremdsprachen zu fördern.

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/28407106 ©2017