Presseschau: Abgeordnete monieren Sicherheitslücken in JVA Plötzensee

Veraltete Schließtechnik, zu wenig Personal und schwierige Arbeitsbedingungen: Eine Woche nach dem Ausbruch von vier Häftlingen aus dem geschlossenen Vollzug, haben Berliner Abgeordnete die JVA Plötzensee besucht – mit einer ersten Bestandsaufnahme.

Es fehle an einigen Stellen Stacheldraht, die Außenzäune seien am Boden nicht gesichert, und Schlösser wie das an der Tür zum Heizungsraum, aus dem vier Häftlinge ausbrechen konnten, entsprächen nicht modernen Anforderungen, sagte der rechtspolitische Sprecher der Linken, Sebastian Schlüsselburg am Donnerstag. Bei den Schließanlagen müsse man prüfen, welche Räume mit besseren Schlössern elektronisch gesichert werden könnten.

SPD: Behrendt muss für bessere Arbeitsbedingungen sorgen

Von den vier entflohenen Strafgefangenen haben sich drei inzwischen gestellt. Zudem waren binnen weniger Tage fünf Gefangene aus dem offenen Vollzug entwichen. Drei von ihnen konnte die Polizei bislang festnehmen.

Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) war wegen der gehäuften Entweichungen massiv unter Druck geraten – selbst aus der eigenen rot-rot-grünen Koalition kam Kritik. Einen Rücktritt lehnte Behrendt aber ab.

Der SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier erwartetvon Behrendt, dass dieser für bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten sorgt, um Bewerber für die 200 noch unbesetzten Stellen im Berliner Justizvollzug zu bekommen.

Behrend erklärte im rbb, im vergangenen Jahr seien Ausbildungslehrgänge aufgelegt worden, um diese Lücken zu schließen. Er hoffe, dass so die offenen Stellen bis Ende 2019 besetzt werden können, so Behrendt am Mittwoch in der Abendschau.

Link zum Artikel und Beitrag der Abendschau:

https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/01/sicherheitsluecken-in-jva-ploetzensee-berlin.html