Presseschau: 3×3 mit Sebastian Schlüsselburg

Diplom-Jurist, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Dr. Gesine Lötzsch, stellv. Bezirksvorsitzender DIE LINKE. Lichtenberg, Mitarbeiter der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus (2006–2011), Mitglied des Landesvorstand der LINKEN Berlin (2007–2010)

Frage: Welche drei Ereignisse in Deinem Leben haben Dich am meisten geprägt?

Als erstes ist es natürlich meine soziale Herkunft: Zuerst bin ich bei meiner Mutter aufgewachsen. Ihr Job als Putzfrau hat uns durchgebracht. Wenn das manchmal nicht reichte, musste das Sozialamt aufstocken. Ich weiß, was es heißt, wenn die Teilnahme an einer Klassenfahrt nur durch den Sozialfonds der Schule ermöglicht wird. Deswegen setze ich mich dafür ein, dass alle Menschen in jeder Lebenslage würdig leben können. Politisch haben mich der 11. September 2001 und der darauffolgende Afghanistankrieg geprägt. Ich war damals Bundesschülersprecher und es hat mich sehr bewegt wie bundesweit zehntausende Schülerinnen und Schüler sowohl auf Trauermärschen zum Gedenken der Opfer waren, als auch anschließend gegen den Afghanistankrieg und die deutsche Beteiligung demonstriert haben. Von deutschem Boden sollte niemals wieder Krieg ausgehen. Zu guter Letzt hat mich natürlich auch mein Jura-Studium geprägt. Zum einen, weil ich dort sehr viel gelernt habe. Zum anderen, weil ich mir schon den Weg zur Humboldt-Uni über den Realschulabschluss und ein sehr gutes Abitur erkämpft habe.

Frage: Welche drei Eigenschaften zeichnen für Dich eine/n gute/n Politiker/in aus?

Erstens: deutlich Position beziehen. Nur so können sich die Wähler ein klares Bild machen und einen nach den Wahlen auch beim Wort nehmen. Zweitens: seine Wahlversprechen einhalten. Drittens: Auch mal eingestehen, dass man nicht auf alles eine Antwort hat. Zuhören ist oft wichtiger als das schnelle Wort.

Frage: Nenne bitte drei Gründe, weshalb man Dich ins Abgeordnetenhaus wählen sollte.

Ich werde mich parteiübergreifend dafür einsetzen, dass der Weiterbau der A100 nach Lichtenberg gestoppt wird. Bei Gesine Lötzsch im Bundestag habe ich gelernt, wie man die Staatsfinanzen sozial kontrolliert. Das brauchen wir auch in Berlin. Und wir brauchen wieder bezahlbare Wohnungen – gerade auch in Lichtenberg.

Das Interview führte Roman Veressov

Ein Gedanke zu „Presseschau: 3×3 mit Sebastian Schlüsselburg“

  1. Geschätzter Sebastian Schlüsselburg

    Deine Aussagen finden meinen vollsten Zuspruch!

    Die soziale Herkunft hat auch mich extrem geprägt. Trotzdem habe ich immer versucht, dass Beste daraus zu machen und habe es dann doch geschafft zu studieren – es war aber sicher kein leichter Weg. Das Abitur und das Studium musste auch ich mir hart erkämpfen!
    Ich kann daher sehr gut nachvollziehen, dass die soziale Herkunft Dich stark geprägt hat. Mich prägt meine bescheidene soziale Herkunft bis heute. Dies verdeutlicht, wie dermassen gespalten dieses Land wirklich ist.

    Trotz der sozialen Herkunft darf man sich aber nicht entmutigen lassen, sich für eine bessere, eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen. Du unterbreitest konkrete, alternative politische Vorschläge insbesondere für Lichtenberg – weiter so! Schliesslich ist keineswegs alles so „alternativlos“ wie von vielen Politikern immer behauptet wird.

    Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute – und natürlich maximale Erfolge bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.