Baroness Münchhausen?

Die Schulentwicklungsplanung für Karlshorst wird im Bezirk seit längerem kontrovers diskutiert. Denn Karlshorst hat sich in den vergangenen Jahren so gut entwickelt, dass dort aufgrund des Zuzuges vieler Familien jetzt Grundschulplätze fehlen. Wie also kann man jetzt ausreichend Grundschulplätze schaffen?

Wenn es nach der Schulstadträtin Beurich (SPD) geht, sollen die Plätze im Zweifelsfall am Standort der Lew-Tolstoi-Europaschule entstehen. Die soll dann wiederum an den Standort des ehemaligen Forster-Gymnasiums in der Dolgenseestraße umziehen. Das alles hat für erhebliche Unruhe, gerade bei den Eltern der Lew-Tolstoi-Schüler gesorgt. DIE LINKE hatte Frau Beurich in der BVV daher aufgefordert, ein Abwägungspapier mit verschiedenen Varianten zu entwickeln und dieses mit den Betroffenen auf einer Einwohnerversammlung zu diskutieren. Natürlich war DIE LINKE auch vor Ort.

Die Versammlung fand am 11. April statt. Das geforderte Abwägungspapier lag nicht vor. Folglich kreiste die zeitweise sehr emotionale Diskussion allein um den Umzug der Tolstoi-Schule in die Dolgenseestraße. Besonders dreist dabei: Frau Beurich tat so, als ob es für dieses Gebäude keine anderen Pläne gäbe. Dabei hatte die BVV erst kürzlich auf Initiative der LINKEN beschlossen, an diesem Standort die Gründung einer Gemeinschaftsschule zu prüfen. Damit aber noch nicht genug: Weil die SPD dort eine Gemeinschaftsschule offenbar verhindern will, behauptet die Stadträtin seit Wochen, dass sich die Raum- und Zügigkeitsvorgaben für Gemeinschaftsschulen geändert hätten.

Wir haben im Abgeordnetenhaus und beim Senat nachgefragt: Diese Behauptung ist falsch. Dennoch wurde sie in der Versammlung wiederholt. Täuschte die Stadträtin hier bewusst oder weiß sie nicht, was in dem Genehmigungsschreiben der Senatsverwaltung für Bildung steht? Gemeinschaftsschulen könnenin Ausnahmefällen auch zweizügig laufen! Die Dolgenseestraße bietet also in jedem Fall Platz für eine Gemeinschaftsschule. Da sie in der Grundstufe auch keinen Einzugsbereich hat, könnte man hier drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: 1. Die Tolstoi-Schule kann an ihrem Standort bleiben. 2. In Karlshorst entstehen die benötigten Grundschulplätze. 3. In Lichtenberg entsteht eine weitere Gemeinschaftsschule, in der die Kinder von der ersten Klasse bis zum Abitur gemeinsam lernen können.

Klar ist, dass für einen Schulneubau außer dem dafür geeignetem Standort auf absehbare Zeit vor allem jegliche finanziellen Mittel fehlen. DIE LINKE bleibt an dem Thema dran. Wir wollen das Problem gemeinsam mit den Bürgern lösen und nicht gegen sie arbeiten.

(Artikel aus der info-links von Sebastian Schlüsselburg & Christina Zühlke)

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